Projekte

Im Folgenden sind aktuelle Schweizer Forschungs- und Entwicklungsprojekte in der Geographiedidaktik aufgeführt. Weitere Meldungen für geographiedidaktische Projekte nehmen wir gerne entgegen.

Primarstufe

 

Adamina, Marco:

Kompetenzen und Kompetenzentwicklungen zur räumlichen Orientierung von
Schülerinnen und Schülern in der Primarstufe

Ausgehend von einem Kompetenzraster zur räumlichen Orientierung werden in einer Quer- und Längsschnittuntersuchung Entwicklungen der Kompetenzen von Lernenden in der Primarstufe (3.-6. Schuljahr) untersucht und dabei auch Einflussfaktoren wie Interessen, Erfahrungen, ausserschulische Unterstützungen erfasst. Zudem geht es um Fragen, wie es gelingen kann, möglichst nahe und repräsentativ an Konzepte, Denk-, Arbeits- und Handlungsweisen von Lernenden zu gelangen.
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Adamina, Marco:

Lernsituationen im Fachbereich Natur, Mensch, Gesellschaft (Primarstufe) kompetenzorientiert initiieren, arrangieren, begleiten und unterstützen – Exemplarische Beispiele zu Raum, Zeit, Gesellschaft, Wirtschaft

Im Projekt (2016-2019) werden mit exemplarische Unterrichtseinheiten Ausrichtungen und Möglichkeiten für die Umsetzung eines kompetenzorientierten Fachunterrichts im Bereich Räume, Zeiten, Gesellschaften zum neuen Lehrplan NMG für die Primarstufe entwickelt, im Unterricht erprobt und evaluiert sowie für die weitere Unterrichtsentwicklung dokumentiert. Dabei werden vor allem Themen zu Mensch-Raum Beziehungen, zu Perspektivenwechseln und zur nachhaltigen Entwicklung konzipiert und umgesetzt.  Berücksichtigt werden dabei aus fachdidaktischer Sicht Aspekte des kumulativen Lernens, der fachspezifischen Förderung ausgewählter Kompetenzen mit Blick auf verstehendes und anwendungsorientiertes Lernen, des Umgangs mit den unterschiedlichen Vorstellungen und Einstellungen der Schülerinnen und Schüler sowie der inhalts- und prozessbezogenen Unterstützung der Lernenden und der (formativen) Beurteilung von Lernprozessen und -ergebnissen.
Kontakt: marco.adamina@phbern.ch

 

Sekundarstufe I/ II

 

Hertig, Philippe, Pache, Alain, Curnier, Daniel:

Education en vue du développement durable, disciplines scolaires et approches
de la complexité : quels outils de pensée ?

Das Projekt steht unter der Schirmherrschaft des Internationalen Forschungslabors über die Bildung für nachhaltige Entwicklung (LirEDD), das der Pädagogischen Hochschule des Kantons Waadt (HEP Vaud) angegliedert ist. Das Projekt hat die Erforschung von Lehr- und Lernprozessen zum Ziel, die die Entwicklung des komplexen Denkens bei 13- bis 15-jährigen Lernenden begünstigen und in einen interdisziplinären Rahmen eingebettet sind, der bildungsrelevant ist im Hinblick auf die nachhaltige Entwicklung und die Geographie.
Weitere Informationen:
philippe.hertig@hepl.ch

 

Kaufmann, Urs; Tanner Rolf; Jud Sabrina:

Brennpunkt Landschaft Schweiz Lernplattform für den Unterricht der Sekundarstufen I und II

Hauptziel ist die Entwicklung einer Lernplattform zu typischen Schweizer Landschaften, mit deren Hilfe vertiefte regionalgeografische Raumanalysen durchgeführt werden können. Geschult werden Kompetenzen in den Bereichen Landschaftsbegriff, Landschaftsanalyse und Umgang mit geografischen Datenbanken und Informationssystemen. Die Lernplattform ermöglicht in ihrer Innovation neue Wege im Umgang mit digitalen Quellen, bündelt und nutzt deren Potential. Sie ist stufenübergreifend (Sek I und II) und interaktiv angelegt.
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Landolt, Sara:

Young people migrating at the end of compulsory school –
Starting a new life, new networks and new job prospects in a transnational social space

Jugendliche, die im Alter zwischen 13 und 16 Jahren in die Schweiz migrieren, sehen sich bereits nach kurzer Zeit in der Schweiz mit dem Ende der obligatorischen Schulzeit konfrontiert. Der Übergang in eine nachobligatorische Ausbildung (Gymi, Lehre, 10. Schuljahr, etc. ), ins Arbeitsleben oder eine Anschlusslösung solcher junger Migrant/innen steht im Mittelpunkt des Projekts.
Im Gegensatz zu sozialwissenschaftlicher Forschung zu alltäglichen Lebenswelten und Bildungswegen von Secondas/os in der Schweiz (z.B. Juhasz & Mey 2003, Mey & Rorato 2010, Imdorf 2005), existiert rel. wenig Forschung, die sich explizit mit älteren Jugendlichen der ersten Migrationsgeneration auseinandersetzt. Aus TREE-Daten ist jedoch bekannt, dass sich der Eintritt in die Lehre mit Abnahme der verbrachten Jahre in der Schweiz zum Zeitpunkt des Übertritts als schwieriger gestaltet (Hupka et al. 2006). Mittels qualitativer Interviews mit jugendlichen Migrantinnen und Migranten, die nur einen kleinen Teil ihrer obligatorischen Schulbildung in der Schweiz absolviert haben, soll im vorgestellten Forschungsprojekt der komplexe Prozess der Berufsfindung, der Herausbildung von Berufsidentitäten und die damit verbundenen Zugehörigkeiten und Positionierungen in der Gesellschaft herausgearbeitet werden. Der spezifischen Migrationssituation der untersuchten Personen wird anhand der Konzepte der Transnationalisierung und der Translokalität Rechnung getragen werden. Es wird etwa  gefragt, wie Berufsidentitäten, Bildungs- und Berufsaspirationen im translokalen Kontext hergestellt werden.
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Matthias Probst:

Wissenschaftliche Kenntnisse der Hydrologie anwendungsorientiert vermitteln

Das Forschungsprojekt untersucht die Transferleistung von Gymnasiastinnen und Gymnasiasten im Geografieunterricht anhand eines spezifisch entwickelten Lernansatzes und Lernmediums. Deren Wirksamkeit wird mit einer quantitativen Lernprozessstudie in Zusammenarbeit mit der PH Bern (Matthias Probst), Universität Bern (Rolf Weingartner) und der PH Luzern (Sibylle Reinfried) überprüft.
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Kontakt: matthias.probst@phbern.ch

Reinfried, Sibylle:

Schülervorstellungen und ihre Veränderung (Conceptual Change, Cognitive Development)

Im Rahmen verschiedener Forschungsprojekte werden die Schülervorstellungen über geographische Konzepte und Prozesse erhoben. Auf das Basis des Modells der Didaktischen Rekonstruktion nach Kattmann et al. (1996) werden Lernumgebungen entwickelt, mit denen die Schülervorstellungen weiterentwickelt werden können. Die Wirksamkeit der Lernumgebungen auf die Vorstellungsänderungen wird mit quantitativen und qualitativen Methoden (u.a. Lernprozessstudien) untersucht.
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Reuschenbach, Monika et al.

„Weltsicht“: Geografie-Lehrmittel für die Sekundarstufe I

In Zusammenarbeit mit dem Lehrmittelverlag Zürich wird das überkantonale Lehrmittel „Weltsicht“ für die Sekundarstufe I im Fach Geografie entwickelt. „Weltsicht“ umfasst ein Themenbuch, ein Arbeitsheft, ein Handbuch für die Lehrpersonen und Zusatzmaterialien auf einer Lernplattform. Es erscheint gestaffelt nach Schuljahren, der erste Band 2018. Das Lehrmittel setzt den Lehrplan 21 um, orientiert sich an der Kompetenzorientierung und richtet sich explizit an die Sekundarstufe B.t.
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Kontakt:  monika.reuschenbach@phzh.ch

 

Reuschenbach, Monika, Adamina, Marco:

Das geographische Weltwissen und Können am Ende der Volksschulzeit

In einer nationalen Befragung bei Vertreterinnen und Vertretern der Gesellschaft sowie bei geographischen Fachexpertinnen und Experten wurde erhoben, was Lernende am Ende der Schulzeit an geographischen Kenntnissen und Fähigkeiten wissen und können müssen. Die Ergebnisse sind bedeutsam für die Entwicklung von Lehrplänen, Lehrmitteln, die Gestaltung von Lernumgebungen oder die Ausbildung von Lehrpersonen. Sowohl zum geographischen Allgemeinwissen, als auch zur räumlichen Orientierungsfähigkeit ergeben sich aus der Studie interessante Diskussionspunkte.
Kontakt: monika.reuschenbach@phzh.ch, marco.adamina@phbern.ch

 

Tanner, Rolf Peter :

Nachhaltige Entwicklung lernen – ein kompetenzorientiertes Lernmedium für die Sekundarstufe II

Nachhaltige Entwicklung wie Bildung für nachhaltige Entwicklung ist schon länger sowohl auf politischer wie gesellschaftlicher und wissenschaftlicher Ebene legitimiert. Seit der Lancierung der globalen Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung (Agenda 2030) der Vereinten Nationen mit der Setzung von globalen Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDG) hat der Diskurs eine neue Dynamik erhalten. Die Sekundarstufe II und insbesondere das Gymnasium ist davon aber bisher wenig berührt worden. Das gemeinsame Projekt der PHBern und des Centre for Development and Environment (CDE) der Universität Bern zielt darauf ab, für die Sekundarstufe II ein kompetenzorientiertes Lernmedium für Nachhaltige Entwicklung mit einem geografiedidaktischen Fokus zu entwickeln, um eine entsprechende Lücke im Angebot für den gymnasialen Unterricht zu schliessen.
Kontakt: rolf.tanner@phbern.ch

 

Lehrer_innen, Lehramtsstudierende, Geographie-Studierende

 

Pache, Alain

Enseignement des sciences humaines et sociales et processus de secondarisation

Cette recherche a pour but d’étudier les processus de secondarisation ainsi que leurs conditions de réalisation dans l’enseignement de la géographie et de l’histoire. Par « secondarisation », nous entendons la capacité à passer d’une production spontanée, liée au contexte, à une production qui renvoie au texte du savoir.
La méthodologie s’inspire d’un dispositif, appelé Lesson Study, qui a pour but le développement professionnel des enseignants. En effet, il s’agit d’une démarche qui vise à construire collectivement une leçon, l’analyser, la modifier et l’enseigner à nouveau. Au bout du processus, le groupe d’enseignants diffuse le travail effectué autour de la leçon qui a fait l’objet de la recherche.
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Huser, Karin

Geographiedidaktisches Wissen zu Raumveränderungen und Raumentwicklung aufbauen. Eine Didaktische Rekonstruktion für Studierenden des Lehramtes Primarstufe

Der schweizerische Lehrplan 21 sieht für das geographische Lernen an Primarschulen (Kindergarten bis 6. Klasse) unter anderem die Themen Raumnutzungen, Raumveränderungen und Raumentwicklung vor. Ein adäquates Raumverständnis ist eine zentrale Voraussetzung, damit die (künftigen) Lehrkräfte diese Inhalte schulisch vermitteln können (Komorek u. Prediger 2013). Wie kann nun dieses komplexe fachliche und fachdidaktische Wissen bei Studierenden des Lehramtes Primarstufe adaptiv aufgebaut wer-den, zumal nur zwei Lektionen für diese spezifischen Inhalte zur Verfügung stehen? Dieser Frage geht eine explorative Studie im Rahmen eines Dissertationsprojekts der Universität Zürich nach. Sie will einen wissenschaftlichen Beitrag zur Qualitätsentwicklung der fachdidaktischen Ausbildung leisten.

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Viehrig, Kathrin:

Decisions in pre-service teacher education

This is an ongoing small educational design research study accompanying my teaching. Besides improving the local courses, the project aims at investigating decision-making processes in pre-service teacher education and their consequences, contributing to the empirical base for the theory (design principles) on pre-service geography teacher education. This includes e.g. the use of spatial examples and research evidence.
Kontakt: kathrin.viehrig@fhnw.ch
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Demantowsky, Marko, Viehrig, Kathrin:

Teacher Concepts of Digital Tools in Education (#TCDTE)

The project investigates teachers’ use and concepts of digital tools in education. The sample comprises pre-service teachers as well as in-service teachers with varying degrees of teaching experience. Pilot studies with pre- and in-service history teachers were conducted in Germany’s Ruhr area (2011/2012) and in Basel (2016/2017) by Marko Demantowsky. In the current phase (2017-2019),  Marko Demantowsky is working with Kathrin Viehrig to re-analyze the existing data and further develop the assessment instrument, including adapting the questionnaire to enable the comparison between teachers of different subjects (history, geography, philosophy) and conducting further pilot studies.

Kontakt: marko.demantowsky@fhnw.ch, kathrin.viehrig@fhnw.ch
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Mehrere Stufen

Bauer, Itta:

Geographies of Education

International social and educational research has recently been influenced by actor-network theory (ANT). The project aims to introduce a socio-material reading of geography (teaching). For this purpose, the theoretical key concepts of ANT are illustrated by examples that are drawn from an empirical study of a school in Zurich. To offer a practical solution for teaching geography differANTly, the project elaborates some teaching material inviting teachers and students to follow socio-material traces in geography.
For further information, please contact:
itta.bauer@geo.uzh.ch

 

Heinrich, Yvonne; Herzig, Pascale; Hürlimann, Michael; Huser, Karin;
Reuschenbach, Monika

Forschungs- und Entwicklungsprojekt: Wie können Kompetenzen, die das Bewusstsein für eine nachhaltige Raumentwicklung in der Schweiz fördern, bei Schülerinnen und Schülern der Volksschule aufgebaut werden?

Diese Studie geht folgenden Fragen nach:

  • Welches Wissen und welches Bewusstsein für (nachhaltige) Raumentwicklung ist bei Schülerinnen und Schülern der Volksschule vorhanden?
  • Welches Wissen und welches Raumbewusstsein soll im Hinblick auf eine nachhaltige Raumentwicklung gefördert werden?
  • Wie sieht der altersgemässe Kompetenzaufbau bei SuS verschiedener Schulstufen aus?
  • Kann das Bewusstsein überhaupt gefördert werden?

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Lupatini, Marco:

Geographieunterricht und Bürgerbildung

Das Ziel des Projekts ist die Identifizierung von Arbeitsmethoden im Geographieunterricht und die Bewertung ihres Einflusses auf der bürgerlichen Bildung der Schülerinnen und Schüler. Der Geographieunterricht spielt eine wichtige Rolle in der bürgerlichen Bildung, weil er Themen behandelt, die einen Raumbezug haben und weil im Geographieunterricht Arbeitsmethoden erlernt werden, die eine aktive und verantwortliche Teilnahme der Schülerinnen und Schüler zum Ziel haben.
Kontakt:  marco.lupatini@supsi.ch

Rempfler, Armin:

Systemdenken im erdräumlichen Kontext

Angesichts der Breite und Komplexität geographischer Phänomene spielt der Systemansatz als metakognitive Strategie für den Geographieunterricht eine entscheidende Rolle. Systemisches bzw. „vernetzendes“ Denken soll dazu beitragen, die komplexen Wechselwirkungen erdräumlicher Sachverhalte tiefgründig zu verstehen. In Forschungsprojekten wird u.a. ein Diagnoseinstrument zur Erfassung geographischer Systemkompetenz entwickelt und der Frage nachgegangen, wie sich Systemdenken wirkungsvoll im Unterricht fördern lässt.
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Rempfler, Armin:

Lernen an ausserschulischen Lernorten

Ein Team aus Geographie-, Geschichts- und Naturwissenschaftsdidaktikern baut seit 2009 die „Fachstelle für Didaktik Ausserschulischer Lernorte“ (FDAL) auf. Die Stelle leistet interdisziplinäre Beiträge zur Theorie, Empirie und Pragmatik des Lernens an ausserschulischen Lernorten. Die Projekte reichen von der Durchführung von Tagungen, der Herausgabe von Tagungsbänden über den systematischen Aufbau einer fächerübergreifenden Bibliographie bis hin zur Produktentwicklung zu ausserschulischem Lernen bei öffentlichen und privaten Anbietern.
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Siegenthaler, Daniel

Geschichte des Schulfachs Geographie in der Deutschschweiz in der Nachkriegszeit

Das Projekt untersucht die Geschichte des Unterrichtsfachs Geographie an den schweizerischen Maturitätsschulen seit dem Zweiten Weltkrieg. Im Zentrum steht die Frage nach den Themen und Inhalten sowie den Konzepten des Schulfachs Geographie, deren Entwicklung und der wesentlichen Einflussfaktoren. Die Untersuchung will die Konzipierung und Durchführung des Schulfachs Geographie in der Deutschschweiz aufzeigen sowie die bedingenden inneren und äusseren Spannungsverhältnisse und Widersprüche klären.
Kontakt:  daniel.siegenthaler@fhnw.ch

Viehrig, Kathrin:

TIGAS – Trends in International Geography Assessment Study

The project aims at developing an international geography assessment that meets the standards of the TIMSS 8th grade assessment model. The  international committee is headed Dr. Michael Solem (AAG & Texas State University, USA) and Prof. Dr. Joseph Stoltman (Western Michigan University, USA). Other members are Dr. Theresa Bourke (QUT, Australia), Dr. Chew Hung Chang (NIE, Singapore), Dr. Eugenio Gonzalez and Dr. Dirk Hastedt (IEA), Dr. Rod Lane (Macquarie University, Australia), Dr. Miroslav Marada (Charles University, Czechia), Dr. Jon Moore (ETS, USA), Dr. Erik Bijsterbosch (Windesheim University of Applied Sciences, Netherlands), Dr. Kathrin Viehrig (PH-FHNW, Switzerland), Prof. Dr. Okkyong Yoon (Cheongju NUE, South Korea), Prof. Dr. Armin Rempfler (PH Lucerne, Switzerland) and Prof. Dr. Injeong Jo (Texas State University, USA). A  working meeting was held in Basel prior to the 2016 #IPGESTE conference and a SNF funded international exploratory workshop was held in September 2017 in Windisch.
Kontakt: kathrin.viehrig@fhnw.ch
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